Herr Steinbrück - Kohleausstieg

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Greenpeace-Aktivisten erinnern Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an die Endlichkeit und schädlichen Auswirkungen von Braun – und Steinkohle.

Dresden, 29.05.2013 – Greenpeace-Aktivisten fordern am 29.05.2013 ab 19.00 Uhr vor dem art’otel Dresden auf den Verzicht der gesundheitsschädlichen Nutzung von Kohle. Vor allem in SPD regierten Ländern wie Brandenburg und Nordrhein Westfalen wird immer noch auf sie als Energieträger zurückgegriffen. Das Banner der Aktivisten spricht mit folgenden Worten Klartext, „Kohlestrom gefährdet unsere Gesundheit!" Damit weist das auf die erschütternden Ergebnisse hin, welche in der Studie "Assessment of Health Impacts of Coal Fired Power Stations in Germany by Applying EcoSenseWeb" der Universität Stuttgart offengelegt wurden. Die schlimmsten Folgen verursachen nach der Studie die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz. Der Spitzenreiter, Vattenfalls Kraftwerk Jänschwalde, führt zum vorzeitigen Tod von jährlich mehr als 370 Menschen. Vorerst ist auch in Sachsen weder auf Seiten der CDU noch der SPD kein Ende abzusehen, solange an dieser schmutzigen Technologie festgehalten wird.

„Herr Steinbrück muss endlich auch die Umweltpolitik zu seinem Thema machen“

"Die gesundheitsschädlichen Emissionen könnten nur durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien vermieden werden. Herr Steinbrück muss endlich die Umweltpolitik zu seinem Thema machen und die Energiewende vom Bunde – in die Länderpolitik tragen", sagt Julius Schröder von Greenpeace Dresden. Mit Brandenburg und Nordrhein – Westfalen stehen die gefährlichsten Kohlekraftwerke in SPD regierten Bundesländern. Zwar hat die Partei beschlossen bis 2050 eine 100% erneuerbare Energieversorgung für Deutschland anzustreben, allerdings weder einen Zeitplan noch konkrete Ausstiegsszenarien aus der Kohleverstromung vorgelegt. Der nicht vorhandene Themenkomplex rund um die Umweltpolitik darf aus diesem Grund in Peer Steinbrücks Wahlprogramm nicht mehr fehlen. Alle Kohlekraftwerke müssen die Auflage bekommen, mit der besten verfügbaren Filtertechnik ausgerüstet zu werden, um Schadstoffemissionen zu minimieren. Keines der 17 in Bau oder Planung befindlichen neuen Kohlekraftwerke dürfen mehr ans Netz gehen. Keine neuen Braun – und Steinkohletagebauen sollen genehmigt werden. Es besteht die Notwendigkeit eines Kohleausstieggesetzt, das die Beendigung der Kohleverstromung bis 2030 (Braunkohle) bzw. 2040 (Steinkohle) regelt.

Kohlestrom kann zu Herzinfarkten, Lungenkrebs und Asthma führen

Die Menschen, die rund um die Kraftwerke, wie in der Lausitz, werden stark durch Emissionen der Kohlekraftwerke belastet. Alle Lausitzer Braunkohlekraftwerke zusammen sind sogar für über 640 Todesfälle oder 6.900 verlorene Lebensjahre und 145.900 verlorene Arbeitstage verantwortlich. Deren Emissionen sind unsichtbar und wirken sich auf vielen Wegen negativ auf unsere Gesundheit aus: Schwefeldioxid, Stickoxide und Staub bilden in der Luft zum Beispiel Feinstäube. Betroffene Personen sind unter anderem durch ein erhöhtes Risiko belastet, unter Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten oder Lungenkrebs zu erkranken. Weiterhin reagieren Schwefeldioxid und Stickoxide zu Ozon, welches Reizungen und Gewebeschädigungen in der Kehle und Lunge auslöst. Schließlich werden auch toxische Metalle freigesetzt. Quecksilber und Blei gelangen in unseren Blutkreislauf und schädigen Gehirn und weitere Organe. Arsen, Chrom, Nickel und Cadmium können Lungenkrebs verursachen.

Braunkohle ist mit seinem hohen CO2-Ausstoß somit nicht nur der klimaschädlichste sondern auch der gesundheitsschädlichste aller fossilen Energieträger.